Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Impfung

1.7.2021

In den USA ist in die Produktinformation der COVID-19-mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna ein Warnhinweis auf ein erhöhtes Risiko von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Herzbeutelentzündung (Perikarditis) aufgenommen worden. Das berichtet der Ärztenewsletter arznei-telegramm in seinem jüngsten blitz-a-t. Der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC liegen dem Bericht zufolge mehr als 1.200 entsprechende Meldungen vor. Bei den meisten Betroffenen seien die Entzündungen innerhalb weniger Tage nach der zweiten Dosis aufgetreten. Am höchsten ist offenbar das Risiko bei männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren und jungen Männern zwischen 18 und 24 Jahren. Bei ihnen wurden innerhalb von sieben Tagen nach der Impfung mindestens 30-mal so viele Erkrankungen beobachtet wie erwartet. Erstmals sei zudem ein vermehrtes Auftreten der entzündlichen Herzerkrankungen bei Mädchen und jungen Frauen beschrieben worden. Auch in Großbritannien enthalten die Produktinformationen der beiden mRNA-Impfstoffe demnach inzwischen einen Warnhinweis auf Myo- und Perikarditis. Wichtig sei, dass Geimpfte schnell einen Arzt aufsuchen, wenn nach der Impfung Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit, Herzrasen (Palpitationen) oder Rhythmusstörungen auftreten, so die Experten des arznei-telegramm. Insbesondere junge Männer – und nach den neuen Daten auch junge Frauen – sollten über das Risikosignal, potenzielle Symptome und das gehäufte Vorkommen nach der zweiten Impfung aufgeklärt werden. Eine Analyse und Einordnung der hierzulande (oder zumindest in Europa) dokumentierten Daten zum Myokarditis- und Perikarditisrisiko unter den beiden mRNA-Impfstoffen sei überfällig.